Das Kinojahr 2011 aus Sicht eines Comic-Junkies


Comic-Verfilmungen sind angesagt. Und das schon seit einigen Jahren. Die Zahl der Comic-Filme pro Jahr ist jedoch stark schwankend. Nach einem verhaltenen Jahr 2010 bahnt sich mit dem Jahr 2011 aber ein absolutes Comic-Kino-Festival an!

Ein Beitrag aus der Reihe Kellergeflüster, von Mirko Bader

Bevor ich auf die einzelnen Highlights des Jahres eingehe, will ich aber erst einmal einen kurzen (subjektiven!) Abriss der Comic-Verfilmungen geben.

 Superhelden auf der Leinwand

 Versuche, Comics (also vor allem Superhelden-Comics) für Filme oder TV umzusetzen, gibt es seit den 60er Jahren – mit eher lausigen Ergebnissen. Erst als in den 70er und 80er Jahren die Special Effects ausgereifter wurden (wozu sicher ein gewisser George Lucas maßgeblichen Anteil hatte), konnte man die ersten sehenswerten Ergebnisse auf der Leinwand bewundern. 1978 – also ein Jahr nach Star Wars – kam Superman mit Christopher Reeves in die Kinos. Am Erfolg dieses meiner Meinung nach ersten echten Superhelden-Films dürften neben den damals bahnbrechenden Effekten auch die mitreißende Musik von John Williams eine Rolle gespielt haben. Immerhin drei weitere Superman-Teile wurden dann in den 80er Jahren abgedreht. Damit hatte es sich aber im Großen und Ganzen schon – ich weiß gar nicht, ob bis 1988 überhaupt noch andere Comics verfilmt wurden. Immerhin startete Marvel Comics (aber auch Konkurrent D.C.) mehrere Zeichentrick-Verfilmungen – die aber wohl eher fürs junge Publikum gedacht waren.

Die zweite Welle startete 1989, als Tim Burton den damaligen Batman-Hype ausnutzte und mit Batman einen richtungsweisenden Film vorlegte (der lange Zeit unter den erfolgreichsten Filmen überhaupt rangierte). Was Burton anders machte als seine Vorgänger: Er entwickelte eine eigene Bildsprache und eine ganz besondere „Gothic“-Atmosphäre, die Elemente aus mehreren Jahrzehnten vermischte (Beispiel: Die Protagonisten verwenden Kameras aus den 50er Jahren Seite an Seite mit Computern) . Auch zeigte er, dass man mit guten Schauspielern selbst so „profane“ Themen wie einen Superhelden-Comic bestens rüberbringen kann. Jack Nicholsons Performance als Joker ist überwältigend! Den einzigen Fehler, den Burton machte, war es, für den Joker eine Erschaffungs-Story zu entwickeln. Burton knüpfte zwar die Existenz des Jokers an jene des Batman – doch das macht es nicht besser. Im Original existiert der Joker völlig ohne Grund und Sinn. Seine „Entstehung“ wird nie geklärt, seine Rolle ist daher nicht logisch nachvollziehbar. Das macht ihn für den rational denkenden und von einem strengen Kodex geleiteten Bruce Wayne zum Hauptfeind Nr 1. Übrigens: Auch am Erfolg von Batman 1989 hatte die Filmmusik eine beträchtliche Rolle. Die komponierte Danny Elfman, der ja bis heute Burtons Haus- und Hof-Komponist blieb.

Obwohl auch Batman danach mehrfach kopiert wurde und stets angesagte Schauspieler anlockte (z.B. George Clooney, Val Kilmer, Arnold Schwarzenegger), reichte auch dieser Boom nicht aus, um eine ernsthafte Comic-Filmlawine loszutreten. Ein kleiner, aber in Fankreisen sehr beliebter Film, der sehr gut eine moderne Gothic-Atmosphäre einfing und sich damit grob an Batman orientierte, war The Crow von 1994, von dem aber nur wenige wussten, dass es sich um eine Comic-Adaption handelte (und auch hier: tolle Filmmusk von Graeme Revell). Auch The Shadow und der Fluch des Khan von 1993 wurde im Sog des Batman-Hypes gedreht, immerhin gilt die Figur des „Shadow“ als Inspirationsquelle, nach der Bob Kane und Bill Finger 1939 ihren Batman schufen – die zweite Inspirationsquelle ist – na, wer rät es? Zorro!)

Alles änderte sich im Jahr 2000 mit X-Men. Erstmals konnte ein Regisseur mit relativ bescheidenen Mitteln und einem ansehnlichen Script nicht nur gute Schauspieler (damalige B-Klasse) verpflichten, sondern auch überzeugende CGI-Effekte einbauen. Der Druck eines kommerziellen Erfolges war dadurch schwächer. Tatsächlich spielte X-Men rund 300 Mio Dollar ein, was man ihm nicht zugetraut hätte. Spätestens mit Spider-Man 2002 ging es dann richtig los. War X-Men doch eher noch ein Spartenfilm, entwickelte sich Spider-Man zum Mega-Blockbuster, der 820 Mio Dollar einspielte. Jetzt gab es kein Halten mehr: Die Comic-Welle war voll in Gang geraten (und entzückt mein Herz seit 10 Jahren immer wieder). Waren es ja von 1978 bis Ende der 90er Jahre fast ausschließlich D.C.-Comics (Superman und Batman), die an der Kinokasse erfolgreich waren, so erfolgte nun der lange verdiente Aufstieg der Marvel-Helden: X-Men (mit Spinoff Wolverine), Spider-Man, Fantastic Four, Daredevil, Elektra, Hulk, Iron Man – sie alle kamen zu Ruhm und Ehren. D.C. verpasste den Start der Comic-Welle, stieg dafür aber mit Batman Begins 2005 umso fulminanter ins Geschäft ein und setzte mit Superman Returns und Catwoman zwei weitere Markenzeichen (über deren Qualität man streiten kann). Auch von kleineren Verlagen wie Darkhorse Comics wurden Helden ausgesucht, wie z.B. Hellboy (den vorher kaum einer kannte). Die Comic-Welle spaltete sich dann von den reinen Superhelden ab, denn nicht alle Comics basieren auf Superhelden, Mutanten und Co. Es folgten alleine drei Filme, die auf Alan Moore-Comics beruhten: Die Liga der Außergewöhnlichen Gentlemen, V wie Vendetta und Watchmen. Aber auch Comic-Ikone Frank Miller (der in den 80ern einen wesentlichen Einfluss auf Batman hatte, was schon Tim Burton verarbeitete) kam mit seinen Vorlagen zu Ehren: Sin City und 300 bilden filmische Meisterwerke. Man holte auch so manche Vorlage aus der Kiste, die vielleicht besser darin geblieben wäre, z.B. The Spirit. Über die Qualität der einzelnen Produktionen  kann man sich natürlich streiten. Nur jeder dritte ist wirklich gut, dafür gibt es einen breiten Bereich mit „Popcorn“-Qualität und einige echt schlechte Vertreter.

Was vielleicht noch für das Jahr 2011 von Belang ist: Mit dem Überraschungserfolg Iron Man produzierte Marvel (bzw. Disney, Marvel gehört ja inzwischen zu Disney) erstmals Filme in Eigenregie. Für vorherigen Produktionen wie X-Men, Fantastic Four und Spider-Man vergab man die Rechte an große Produzenten. Dadurch trug Marvel zwar nicht das Risiko eines finanziellen Desasters, profitierte aber auch nicht von den Einnahmen. Und: Die Chance auf ein Crossover mehrerer Filmhelden war gleich Null. Iron Man änderte das und stellte somit die Weichen für das ultimative Marvel-Crossover: The Avengers (deutsch: Die Rächer), die wohl 2012 verwirklicht werden. In Iron Man 1 tauchte das verbindende Element (Nick Fury, alias Samuel L. Jackson) nur in einer Mini-Szene nach dem Abspann auf. In Hulk 2 erfolgte ein Cameo-Auftritt von Tony Stark (Iron Man, alias Robert Downey jr.) ebenfalls nach dem Abspann. In Iron Man 2 ist Nick Fury bereits Teil der Story und in Thor… ach lest einfach weiter…

 Filme mit Comic-Charakter 2011

The Green Hornet

13. Januar

Den Start ins Comic-Kinojahr macht noch diese Woche The Green Hornet. Hier muss ich auch gleich meine Unkenntnis eingestehen, denn bislang konnte ich mit diesem Begriff wenig anfangen. Die Geschichte basiert auch nicht maßgeblich auf einem Comic, sondern einer US-Radiosendung aus den 1930ern und wurde 1940 bis 1993 als Comic herausgegeben. Bekannt sein soll wohl auch die gleichnamige Fernsehserie (die ich leider nicht kenne).

Die Story lässt Ähnlichkeiten mit Batman erahnen – wobei letzterer aber erst nach der Radiosendung entstand: Der reiche Millionärssohn Britt Reid beschließt mit Hilfe seines erfinderischen Freundes Kato, Verbrecher zu bekämpfen. Sie bauen ein unzerstörbares Auto (KITT der 30er Jahre?) und legen los. Allerdings hält man sie selbst für Verbrecher, was ihre Situation nicht gerade einfacher. Die Verfilmung läuft unter dem Motto Actionkomödie. Der Trailer sah ganz brauchbar aus, wobei ich mir nicht sicher bin, ob nun die Action oder die Komödie im Vordergrund steht – wird man sehen müssen. Die Hauptdarsteller sind mir persönlich unbekannt. Seth Rogen hat sich wohl eher in Komödien hervorgetan (Superbad) – ist nicht so ganz meine Liga. Immerhin hat er mit Donnie Darko ein klasse Regiedebüt hingelegt. Sein Sidekick Kato wird von Jay Chou verkörpert (der ist wohl nur in seiner Heimat Taiwan bekannt). Zudem tauchen auf der Besetzungsliste noch ein paar namhafte Schauspieler auf: Cameron Diaz (Drei Engel für Charlie), Christoph Waltz (Inglourious Basterds, nicht verwechseln mit Inglorious Basterds), Edward Furlong (Terminator II) und Edward James Olmos (Miami Vice, die Serie aus den 80ern).

 Trailer

 

Tron: Legacy

27. Januar

 Mit Comics hat dieser Film wenig zu tun, soll hier aber trotzdem wegen des „Nerd-Faktors“ aufgeführt werden. Immerhin schuf der Comic-Künstler Jean Giraud (besser bekannt als Möbius) die Sets des Originals aus 1982 sowie die Kostüme der damaligen Darsteller. Kleine Randnotiz: In Tron spielte damals Jeff Bridges mit, der vielen von uns besser als „The Dude“ Lebowsky bekannt sein dürfte. Bridges spielte außerdem in Iron Man den Widersacher von Tony Stark – also doch: Comic-Kult um zig Ecken.  In der Neuverfilmung Tron: Legacy ist der  gute alte Jeff Bridges auch wieder dabei.

Trailer

Season of the Witch

24. März

 Ein Mittelalter-Abenteuer-Film vor dem Hintergrund der Pest, Hexenverfolgung und Inquisition. Die ersten Kritiken sind schwach. Soll hier auch nur aufgeführt werden, weil neben Nicolas Cage (der auch schonmal besser war) Ron Perlman mitspielt. Der hat nicht nur das Mittelalter-Genre seit Der Name der Rose für sich gepachtet, sondern schlüpfte auch ins Hellboy-Kostüm. Okay, die Comic-Anleihe ist eher schwach. Der Film steht auch nicht gerade weit oben auf meiner Filmliste.

 Der Trailer macht jedenfalls trotz allem Lust auf ein großes Fantasy-Spektakel.

Sucker Punch

31. März

 Streng genommen ist dieser Film keine Comic-Verfilmung. Doch wenn man sich den unglaublichen Trailer anschaut, entdeckt man so viele Elemente, die an Comics, Fantasy und Computerspiele erinnern, dass ich ihn getrost in diese Sparte stecken kann. Außerdem ist er von Watchmen-Regisseur Zack Snyder – dem traue ich inzwischen viel Gutes zu (jedenfalls für Nerds; an der Kinokasse wird auch Sucker Punch vermutlich kaum klingeln). Zur Geschichte: In den 50er Jahren wird ein Mädchen von ihrem bösen Stiefvater in die Irrenanstalt eingeliefert (hmmm, denkt ihr hier auch an Shutter Island?). Als Ausflucht beginnt sie sich eine Alternative Realität vorzustellen (die – wenn man dem Trailer glauben kann, angefüllt ist mit Drachen, Steampunk-Maschinen und gigantischen Kampfrobotern). In ihrer Traumwelt muss sie große Abenteuer bestehen. Zum Cast gehören zahlreiche weibliche, junge Schauspielerinnen (die mir ausnahmslos unbekannt sind – was aber nicht schlecht sein muss). Zu diesem Film sage ich einfach nur: Schaut euch den Trailer an!!!

 Trailer: Gucksdu!

Thor

28. April

 Nun sind wir endlich angekommen beim ersten „echten“ großen Comic-Higlight des Jahres. Bevor ich weiterschreibe, schaut euch den 5-Minuten (!) Trailer an, den ich im Web gefunden habe! Wow!

Thor ist einer der großen Marvel-Helden, erfunden von Stan Lee (der so ziemlich alle wichtigen Superhelden des Marvel-Universums erfunden hat) aus dem Jahr 1962. Seine Figur basiert natürlich auf dem nordischen Donnergott und bringt die Götterwelt ins Marvel-Universum ein. Die eigentliche Hintergrundgeschichte geht ungefähr so: Thors Pappa Odin ist sauer auf den allzu aggressiven Sohnemann und verbannt Thors Seele in den Körper eines jungen, körperlich angeschlagenen Mediziners namens Donald Blake. Der findet irgendwann Thors Hammer (Mjölnir). Mit dieser Waffe kann er sich dann jederzeit wieder in den Donnergott verwandeln und große Abenteuer bestehen. Das Besondere an Thors Charakter ist, dass er in Gestalt des Donald Blake die Menschen kennen und verstehen lernt. Er wird sich seiner Verantwortung bewusst und muss lernen, mit einem schwachen Körper umzugehen. Das wird leider im Film kaum thematisiert, denn Thor darf in seiner schnicken, blonden Bodybuilder-Gestalt über die Erdoberfläche wandeln. Man muss sehen, was Regisseur Kenneth Branagh daraus machte. Branagh als Regisseur für „mittelalterliche“ oder „nordische“ Themen ist natürlich schon mal erste Sahne. Mit klassischem Material (oftmals von Shakespeare) kennt er sich bestens aus. Ideale Voraussetzungen für einen Film, der eben nicht nur reine Action mit Mythologie verknüpft, sondern eben auch ein Licht auf den Charakter des Protagonisten wirf (hoffentlich jedenfalls). Was man im Trailer denn auch gut sieht, ist, das Shield-Agent Phil Coulson auftaucht (Iron Man 1 + 2), und somit nebenbei die Geschichte in Richtung des großen Avengers-Film lenkt. Thor wird von Christ Hemsworth gespielt. Der ist so gut wie unbekannt, durfte lediglich mal für einige Minuten den Vater von James Kirk in Star Trek (2009) spielen. Die Besetzung mit einem Unbekannten macht aber Sinn: Denn Marvel plant für 2012 wie erwähnt den großen Crossover-Film The Avengers (Die Rächer). Und da werden eine ganze Reihe echt „teurer“ Schauspieler mitspielen, allen voran Robert Downey Jr. (Tony Stark/Iron Man), Samuel L. Jackson (Nick Fury), Scarlett Johannsson (Natasha Romanoff/Black Widow). Für Edward Norton hat man allerdings schon einen No-Name als Ersatz für den Hulk gefunden (oder kennt jemand Mark Ruffalo?). Da man bei so einem großen renommierten Cast für einen Spartenfilm ordentlich in die Tasche greifen muss sowie mit etlichen Terminschwierigkeiten zu kämpfen hat, ist es kein Wunder, dass man für Thor (und später Captain America, s.u.) unproblematischere Schauspieler engagiert. Muss aber auch nicht schlecht sein.

Zurück zu Thor: Endlich finden in diesem Film auch der große Anthony Hopkins als Odin sowie Natalie Portman ihren Weg in die Superhelden-Branche (ob das bei letzterer wirklich gut ist – naja, Ansichtssache). Aber Hopkins als Odin – kann man diese Rolle besser besetzen?

 Fetter 5-min. Trailer

X-Men: First Class

9. Juni

 Die Geschichte um Magneto, Professor Xavier und die große bunte Bande der (zumeist) ausgestoßenen Mutanten, geht weiter. Oder anders ausgedrückt: Die Geschichte beginnt eigentlich erst mit diesem Film. X-Men: First Class spielt in der Vergangenheit, als die späteren Feinde noch Freunde waren, als Xavier noch nicht im Rollstuhl saß und bei Magneto die Schrecken des KZ noch nicht lange verblasst sind. Der Cast besteht dementsprechend auch nur aus jungen, oft unbekannten Schauspielern. Einzige Ausnahme ist Kevin Bacon als Fiesling Sebastian Shaw (wenn sie keine Superhelden-Rolle kriegen, müssen sie eben einen Superschurken spielen). Halbwegs bekannt ist auch Jason Flemyng (spielte Dr. Jekyll in Die Liga der Außergewöhnlichen Gentleman, wurde aber eigentlich bekannt durch Guy Ritchies Snatch sowie Bube, Dame, König, GrAs). Hinzu kommt der teuflisch-gute Ray Wise (Twin Peaks, spielte den Teufel in der TV-Serie Reaper – ein teuflischer Job). Charles Xavier wird von James McAvoy verkörpert, der vor allem in dem Film Der letzte König von Schottland brillierte. Spielte aber auch in Wanted und Narnia mit (ich kenne leider keinen dieser Filme, daher ist mit der Typ völlig unbekannt). Magneto wird von Michael Fassbender gespielt, bei dem auch nur der Name deutsch klingt. Fassbender wurde zwar in Heidelberg geboren, wuchs aber in Irland auf, hatte Nebenrollen in Inglourious Basterds und 300. Besetzt sind folgende Rollen: Emma Frost, Mystique, Dr. Moira McTaggert, Beast, Azazel (mir unbekannt), Angel Salvadore (hä, watt?), Darwin, Banshee, Synch (kenn ich auch nicht). Die Story spielt also noch lange vor dem ersten Team mit Cyclops, Jean Grey, Iceman und Beast. Wie aber schon die drei X-Men-Filme sowie das Wolverine-Spinoff hat man sich bei den Filmen ja stark von der „echten“ X-Men-Zeitlinie verabschiedet (Iceman ist im Film beispielsweise ein Schüler, gehört aber eigentlich zum ganz alten Team und ist eigentlich älter als Storm). Bleibt die Frage, ob sich X-Men: First Class an der verwurschtelten Zeitlinie der Filme oder doch eher am Original orientiert.

Nebennotiz: Auch Spider-Man erhält einen Reboot mit neuen Schauspielern, kommt aber wohl erst 2012 in die Kinos.

The Green Lantern

16. Juni

 Na, immerhin ein D.C.-Superheld kommt 2011 auf die Leinwand: The Green Lantern, auf deutsch: Grüne Laterne. Für mich ein kleiner Nostalgie-Flash, denn irgendwie hatte ich als kleiner Bub Ende der 70er und Anfang der 80er einige Comics der Grünen Laterne in die Hand bekommen. Klar, dass ich den Film sehen muss, obwohl ich mich zugegebenermaßen mit der „Laterne“ und dem D.C.-Universum wenig auskenne (nur bei Batman bin ich einigermaßen sattelfest). Die Story: Der Testpilot Hal Jordan erhält durch Außerirdische  einen grünen Ring und dadurch Superkräfte, z.B. kann er fliegen und durch das Universum reisen. Fortan muss er aber im Dienste einer intergalaktischen Organisation für Ordnung und Frieden sorgen. Wie man aus dem Trailer herauslesen kann, spielt der Film nicht nur auf der Erde, sondern auch im Weltraum und auf exotischen Planeten – also nahe am Original. Zudem hat der Trailer einige witzige Momente, könnte ein unterhaltsamer Film werden, der sich selbst hoffentlich nicht zu ernst nimmt. Der Schauspieler Ryan Reynolds spielte paradoxerweise schon im Marvel-Film X-Men Origins: Wolverine mit (als Deadpool) und soll wohl  2012 in einem eigenen Deadpool-Streifen  bekommen, Regie: Robert Rodriguez himself!  Nach aktuellen Nachrichten ist man bei Fox-Warner über die Doppelrolle gar nicht so glücklich, man will ihn lieber für die Grüne Laterne behalten, deren Fortsetzung anscheinend schon beschlossene Sache ist.

Die übrige Besetzung ist typische B-Klasse. Der Oberschurke Sinestro wird verkörpert von Mark Strong (war bereits Endgegner in Sherlock Holmes, spielte „Septimus“ in Der Sternenwanderer). Tim Robbins (Der Erik aus Erik der Wikinger, letzte größere Rolle in Krieg der Welten) ist auch mit von der Partie, hat aber anscheinend nur eine Nebenrolle.

Cooler Trailer

 

Captain America – The First Avenger

18. August

 

Das nenne ich mal ein Geburtstagsgeschenk. Vier Tage nach meinem 40. kommt das Highlight des Jahres in die Kinos: Captain America – The First Avenger. Nun, diese Figur ist in Deutschland leider eher unbekannt. Schlimmer noch: Die Erwähnung des Namens allein lässt Mundwinkel zucken. Zugegeben: Der Name klingt aus heutiger Sicht, und vor allem außerhalb der Vereinigten Staaten einfach … naja…doof. Patriotisches US-Kino – oder was? Die Figur des Captain America gehört zu den ältesten, die Marvel in petto hat. 1941 wurde die Rolle geschaffen (eigentlich sogar noch vor der Marvel-Gründung) und sollte nicht zuletzt die US-Soldaten im Zweiten Weltkrieg aufmuntern. Captain America, das ist ein tapferer, patriotischer, tugendhafter Superkämpfer, der die Nazis reihenweise verkloppt und die eigenen Truppen zum Sieg führt. Ähnlich wie Batman mit Robin hat Captain America einen Sidekick namens Bucky. Und ähnlich wie Batman lehnt Captain America die Benutzung von Schusswaffen ab. Er wirft lieber mit seinem runden Bumerang-Diskus-Schild um sich, was seine defensive Grundeinstellung unterstreicht. Dass sein Kostüm in den Farben der US-Flagge gehalten ist, ist kein Zufall. Unter dem Kostüm des Captain America steckte Steve Rogers. Der war eigentlich ein kleiner Hänfling, ausgemustert, aber patriotisch und hoch intelligent. Erst mit Hilfe eines Supersoldatenserums verwandelte er sich in den kraftstrotzenden Superkrieger (die politische Absicht ist vielleicht ein bisschen zu penetrant). Interessant wird es erst, als Steve Rogers angeblich stirbt. Mehrere Personen ziehen sich in der Folge das „Cape“ des „Caps“ über, viele scheitern jedoch an den hohen Maßstäben der Originals oder verfallen dem Wahnsinn. In den 60er Jahren wird Steve Rogers dann wieder gefunden – er verbrachte die Zeit seit 1945 in einem Eisberg. In folge wurde „Cap“ dann vor allem als Anführer der Rächer eingesetzt (Iron Man, Hulk, Thor, Hawk Eye, Ant-Man, Wasp u.a.).

 Die Rolle heute: Steve Rogers verdankt seinem heutigen Flair vor allem der Tatsache, dass sich die Welt so unglaublich geändert hat. Alles, wofür er im 2. Weltkrieg kämpfte, ist heute anders: Aus nationalen Kriegen wurden terroristische Aktivitäten. Die Kommunistenhatz von damals ist auch überlebt. Und auch die Menschen, für die er damals kämpfte, sind von einer völlig anderen Mentalität geprägt, so dass sich „Cap“ in manchen der moderneren Comics in der Sinnkrise befindet. Ich denke, dass dies auch Thema des Films werden wird. Nach dem, was ich bislang lesen konnte, spielt der Film zur Hälfte im Weltkrieg, zur Hälfte in der Jetztzeit – besser und dramatischer kann man Rogers inneren Konflikt nicht in Szene setzen. Hinzu kommt, dass kein geringerer als Joss Whedon (Buffy, Angel, Firefly, Autor der Astonishing X-Men-Comics) das Script noch einmal überarbeiten wird! Whedon ist nunmal der König der geistreichen Dialoge und perfekten Charakterzeichnungen. Außerdem ist Whedon Regisseur des für 2012 angekündigten Avengers-Film, in dem Captain America logischerweise eine wichtige Rolle spielen wird. Mit dem Hauptdarsteller kann ich wenig anfangen: Chris Evans. Immerhin hat Evans bereits Comic-Erfahrung: Er spielte Johnny Storm (Die Fackel) in Fantastic Four (ja, sind wir denn schon so weit, dass wir Schauspieler von Comichelden recyceln müssen?). Gar kein Unbekannter ist natürlich Caps großer Gegenspieler „Red Skull“, verkörpert von keinem geringeren als dem großen Hugo Weaving (Elrond). Hoffentlich spielt er den Schurken so, wie er den fiesen Agent Smith aus Matrix interpretierte. Noch eine große Rolle kommt Tommy Lee Jones (Men in Black, war mal Two-Face in Batman Forever) zu.  Die übrigen Schauspieler sagen mir alle nichts.

 Cowboys and Aliens

15. September

 

1873 taucht über dem Wilden Westen das Raumschiff von Außerirdischen auf. Die E.T.s wollen natürlich die Herrschaft über die Erde übernehmen  – klar. Doch so leicht geben sich die Menschen, besser gesagt: Cowboys aus Arizona, nicht geschlagen. Keine echte Comicverfilmung (allerdings ist bereits ein begleitender Comic zu diesem Film angekündigt) – aber sicher Nerd-Action pur! Und erst die Besetzungsliste: Daniel Craig (James Bond), Harrison Ford (Indiana Jones), Olivia Wilde („13“ in Dr. House) sowie Sam Rockwell (Iron Man 2). Regisseur ist Jon Favreau, ebenfalls bekannt aus einer Comic-Verfilmung, nämlich Iron Man 1 + 2 (da stand er vor und hinter der Kamera).

Erster Trailer (mit wenig Aliens)

Ausblick auf 2012:

 Angekündigt sind u.a.

 Iron Man 3 (jaaaaa!!!!)

Superman Reboot (nee, nicht schon wieder)

Kick-Ass 2: Balls To The Wall (allein der Titel… :-)…..)

Wolverine 2 (mal abwarten)

Ant-Man (ist vielleicht auch nur ein Gerücht)

AVENGERS (Das Highlight des Jahrzehnts!)

Deadpool (siehe oben, Hauptsache Rodriguez macht’s!)

Ghost Rider 2 (der erste Teil wird oft unterschätzt)

Men in Black 3 (huhuhuuu)

Sin City 2 (!!!! – mehr sag ich dazu nicht)

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3 Kommentare zu “Das Kinojahr 2011 aus Sicht eines Comic-Junkies”

  1. Du hast „Blade“ vergessen! Der Erfolg dieses Films (auch wenn kaum einer wusste, dass es eine Comic-Verfilmung war) hat Marvel massiv Glaubwürdigkeit verliehen und die X-Men-Filme überhaupt erst möglich gemacht.

    Die Entstehungsgeschichte des Jokers in Burtons Batman entspricht übrigens dessen Entstehungsgeschichte in den Comics (bevor DC diese mit einem „retcon“ bereinigt hat). Sogar der derzeitige Joker hat eine Entstehungsgeschichte (zu finden in den frühen Heften der Serie „Batman Confidential“) – und eine sehr coole IMO.

    „Superman Reboot“
    Solange es WIRKLICH ein Reboot wird, habe ich große Hoffnungen für den Film (der große Fehler von Superman Returns war der, dass er versucht die Story an die Filme der 70er/80er anzuknüpfen, womit man heute einfach niemanden hinter dem Ofen hervorlocken kann).

    1. Blade habe ich tatsächlich vergessen (aber wahrscheinlich auch noch andere). Ich hätte allerdings auch nicht gewusst, dass Blade von Marvel stammt. Das ist eine echte Wissenslücke; danke für den Hinweis!

      Dass der Joker eine Entstehungsgeschichte hat, war bei 70 Jahren Batman zu erwarten. Dass er für die aktuelle Batman-Linie allerdings eine Hintergrundstory hat, war mir neu. Ich dachte, das wäre wirklich absichtlich offen gelassen worden, wie es ja auch beim Film „The Dark Knight“ der Fall war. Mein DC-Wissen ist aber auch beschränkt. Im MU kenne ich mich besser aus.

      Superman Reboot: Da stimme ich dir zu. Man bedenke, dass bei Superman Returns sogar die alte Filmmusik übernommen wurde (und kam nicht sogar eine alte Filmszene vor?) Trotzdem: Man muss wirklich sehen, was man aus dem Charakter machen kann… ich bleibe skeptisch.

  2. Du bist kein Ultimates-Leser, oder?
    Der Thor-Trailer sieht (bis auf keine Hollywoodismen) gut aus und die Asgard-Kostüme haben wirklich Kirby-Flair.
    Und mal ganz ehrlich, der Kommentar beim Green-Lantern-Trailer trifft es sehr gut: Hollywood ändert den Charakter der Helden um ihn an die (ich nenn es jetzt mal aus Ermangelung eines besseren Wortes) Schauspieler anzugleichen. Ryan Reynolds? Lachhaft, der wäre tatsächlich als Flash besser, aber doch nicht als Hal Jordan. Der Fake-GL-Trailer war eh viel besser.
    Aber eigentlich verstehe ich diese ganze Comic-Verfilme nicht.
    Warum das Ganze? Entweder man hat ödes, minderwertiges Panel-für-Panel Abgefilme und muß auch noch das blöde Gelabere anhören (was eine ganz andere und zumindest für mich nicht positive Wirkung hat als wenn ich drüber hinweglese) oder man bekommt so Brüller mit Negern in Asgard (ups), Tom Sawyer bei den LXG und Batman mit Penisersatzautos die leider eher syphilitisch und silicongspritzt als geil aussehen oder gar Fantastic Four.
    Im besten Fall bekommt man Hellboy oder Iron Man.
    Aber warum das alles? Ein paar Striche von Kirby und Texte von Lee (mal exemplarisch) und meine Fantasie haben mich das alles schon erleben lassen und tausendmal besser als Hollywood es je könnte. Nein, man bombardiert mich mit Travestien, die die Helden meiner Jugend in den Dreck zerren.

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