Spherechild – Die ultimative SpielLeiter-Herausforderung?


Anlässlich des nächste Woche endenden Crowdfundings zur Dritten Edition von Spherechild, habe ich mir mal das Einsteigerheft angesehen, das es übrigens hier zum kostenlosen Download gibt. Der erste Eindruck war sofort positiv. Im Vergleich zur zweiten Edition hat insbesondere das Artwork mit den Illustrationen von Melanie Philippi einen deutlichen Sprung nach oben gemacht.

Die Idee, dass man gleichzeitig verschiedene Charaktere spielt, die in unterschiedlichen Rollenspiel-Genres (den Sphären) unterwegs sind jedoch über ein mystisches Band miteinander verbunden sind, hat mich als Spieler schon lange fasziniert. Aber wie geht man so ein komplexes Unterfangen als SpielLeiter an?

ArenaGleich auf der ersten Seite werden zwei der namensgebenden Sphären eingeführt: Sol Thu’ma, die Science-Fiction Sphäre welche eine Galaxis mit zahlreichen Sonnensystemen beinhaltet die von den Raumschiffen fortschrittlicher Zivilisationen bereist und umkämpft werden, und Valcreon, eine mittelalterliche von Magie durchzogenen Fantasy-Welt voller Sagen und Legenden. Beide Sphären werden durch einen Metaplot verbunden, der die Rückkehr bis dato nur noch in Legenden überlieferter Schrecken beinhaltet. Dem entgegen stellen sich die Spielercharaktere, die namensgebenden Sphärenkinder, welche über aussergewöhnliche Kräfte verfügen, die sie sogar mit ihren Geschwistern auf anderen Sphären zeitweise austauschen können.

Bei diesem außergewöhnlichen Hintergrund und den tollen Grafiken springt zumindest bei mir sofort das SpielLeiter-Hirn an. Das Spielsystem ist erfreulich „unesoterisch“ einfach (W20 hoch, yay!) und die Rassen und Beispielcharaktere machen sofort Lust loszuspielen. Ich will hier keine Rezension des Intro-Heftes machen. Schaut es euch einfach selber an. Vielmehr will ich hier mal zwei Gedanken posten, die mir beim Lesen so durch den Kopf gegangen sind:

1) Wie gestaltet man als Spielleiter stimmungsvoll den Übergang von einer zur anderen Sphäre und wie oft sollte man das einbauen? Ein Einfaches „So, dann nehmen wir mal die anderen Charaktere und weiter geht’s mit Fantasy.“ erscheint mir etwas langweilig. Daher ein paar Ideen:

  • Man könnte eine kleine Pause machen und das Spiel an einem anderen Ort fortsetzen, der im Idealfall sogar gewisse Eigenschaften der Sphäre wiederspiegelt (z.B. ein holzgetäfelter, rustikaler Raum oder eine Gartenlaube für Valcreon und ein von Rohren und Leitungen durchzogener Heizungskeller für Sol Thu’ma). Eignet sich aber glaube ich nur, wenn die Sprünge recht selten sind.
  • Man könnte von den jeweiligen Charakteren Zeichnungen anfertigen (lassen) und sie beidseitig als Aufsteller vor dem dazugehörigen Spieler auf den Tisch stellen. So haben alle eine visuelle Referenz, mit wem sie es gerade zu tun haben.
  • Man spielt jeweils verschiedene Soundtracks als Hintergrundmusik zu den beiden Sphären.

2) Wie schafft man als SpielLeiter einen spannenden Zusammenhang zwischen den Sphären im Abenteuer? Eine Möglichkeit wird im Einsteigerheft dargestellt, nämlich magische Artefakte, die von den Vhoort aus Valcreon nach Sol Thu’ma gebracht werden, wo man gegen deren Magie kein Gegenmittel hat. Was könnte noch eine Verbindung sein?

  • Ein Monster der einen Sphäre wurde auf die andere gebracht und ist dort zu einem planetenfressenden Ungetüm mutiert. Dummerweise kann es nur mit Materie aus der Heimatsphäre verletzte werden (Ich sehe grad im Kopfkino einen verzweifelten Weltraumtechniker mit einem Breitschwert auf einen Sandwurm einschlagen während ihm sein Sphärenbruder mental Tipps gibt, wo die verwundbaren Stellen sind)
  • Während einer Anomalie zwischen den Sphären wurde ein Sphärenkind geboren – durch Zutun der Vhoort? -, das tatsächlich auch physisch zwischen den Sphären hin und her reisen kann ohne von den ausgleichenden Mechanismen betroffen zu sein. Zwar kann es bei diesen Sprüngen keine Materie mitnehmen, jedoch stellt allein das Wissen aus den jeweiligen anderen Sphären eine erhebliche Gefahr für das Gleichgewicht dar. Zudem hat es einen labilen Charakter, da es keine Geschwisterkinder auf den andern Sphären hat und daher eine tiefgreifenden Leere und Verzweiflung empfindet. Die Sphären sind sehr besorgt, was dieses unkontrollierbare Kind anrichten kann und senden die Spielercharaktere, um das Problem zu lösen. Besonders spannend finde ich an dem Szenario den moralischen Konflikt und dass man dabei quasi eine überdimensionale Landkarte der beiden Sphären erstellen kann, denn das Sphärenkind kann nur zur jeweiligen Entsprechung des aktuellen Ortes auf der anderen Sphäre springen. So müssen sich die jagenden Sphärenkinder auf beiden Ebenen ständig abstimmen, damit sie die Fährte nicht verlieren.

Kann sein, dass jetzt Regelelemente im Grundbuch diese Ideen aushebeln. Aber dann muss man sie halt anpassen. Was habt ihr noch für Ideen zu dem Thema?

Ich finde das System jedenfalls sehr spannend und würde mich freuen, wenn das Crowdfunding-Ziel erreicht wird (zu der Zeit wo ich das schreibe sind schon über 70% des Funding-Ziels erreicht). Schaut es euch doch mal an und unterstützt das Projekt, wenn es euch gefällt.Raumschlacht.jpg

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